The Entanglement between Gesture, Media and Politics

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The
Entanglement
between
Gesture, Media &
Politics
Workshop III / Berlin-Köpenick

Gestures in Practice

Workshop III / Berlin-Köpenick

Der dritte Projekt-Workshop fand vom 15. bis 19. Mai in den Lake Studios, Berlin Köpenick, statt. Wir arbeiteten intensiv an Installationen, Lecture Performances und Choreografien. Nach den Phasen von Exploration und Experimenten zu unseren Schwerpunktthemen und Fallstudien konzentrierten wir uns nun auf deren Verdichtung und ästhetische Formen.

An fünf Tagen Intensivworkshop, verbunden mit einer Residency in den Lake Studios in Berlin, hat die Gruppe weiter am Ideenaustausch zur Ausstellung und zum Symposium im Dezember im Berliner Kunstquartier Bethanien gearbeitet.

Economies of Gesture

Florian Bettel, Irina Kaldrack und Tobias Schulze erkunden als Arbeitsgruppe zeitgenössische Ökonomien der Geste. In Berlin startete die Gruppe mit einer weiterführenden Recherche zu musical.ly und diskutierte Fragen der Kommunikation, Etikette, agonaler Konstellationen und der Adaptation von Körperbewegungen. Das verbindende Element dieser Themen war der integrale Gebrauch von Technologie sowie die technologischen Interdependenzen mit Ökonomie und Arbeit.

Gesture & Labour

Die Gruppenmitglieder tauschten Materialsammlungen aus und konzentrierten sich auf Formen der Effizienz im Kontext von Handarbeit und automatisierten Produktionsumgebungen. Der Terminus „Lost Motion“, von Frank Gilbreth in seiner Arbeit aus dem frühen 20. Jahrhundert formuliert, zog das besondere Interesse der Gruppe auf sich. Florian Bettel zog Verbindungen zur Spieltheorie, während Konrad Strutz eine Skizze für eine Videoarbeit zu Gesten präsentierte, die aus industriellen Kontexten stammen und anschließend für nicht-produktive Zwecke eingesetzt werden.

Surveillance and Gesture

Als ersten Aufschlag haben Laurie Young und Konrad Strutz Videoaufnahmen von sich selbst produziert, bei denen sie eine Variation von „Gangarten“ vor einem Raster aufgeführt haben, das in ähnlicher Form in der Chronophotographie eingesetzt wurde. Aus diesem Prozess entwickelten sich spezifische Fragen in der Gruppe zu politischen und sozialen Aspekten ihres Grundkonzepts – nämlich Bewegungen so zu verändern, dass sie Überwachungskontexten entgehen und „Tiere“ als Mittel für Bewegungsfreiheit zu verkörpern –, u.a. was das im Kontext der Rassifizierung von Immigrationspolitik implizieren mag.

Social Choreography

Der Ausgangspunkt von Timo Herbst und Laurie Young war es, eine soziale Choreographie für den öffentlichen Raum in und um das Gebiet des Kunstquartier Bethanien zu entwickeln, die die verborgenen choreographischen Trigger von Stadträumen exponiert und zeigt, wie Körper zum Gehorsam aufgefordert werden. Beim Besuch des Ausstellungsraums realisierte Laurie Young, dass das Gebäude des Bethanien nicht umfänglich für Rollstuhlfahrer zugänglich ist. Nachdem der Hausmeister sie informiert hatte, dass es keine Rollstuhlrampen im Haus für die ersten Stufen zum Studio 1 gibt, entschieden Young und Herbst sich, dieses Problem zu adressieren, indem sie Rampen bereitstellen. Diese Idee entwickelte sich dazu weiter, Rampen als wiederkehrendes Thema im Ausstellungsraum als choreographische Objekte zu installieren, durch die die Körper der Besucher*innen aktiviert werden sollen.

Transforming Political Gestures

Dina Boswank, Timo Herbst und Irina Kaldrack entwickelten ihre performative Installation „Transforming political gestures through a chain“ weiter, die sich mit Gesten und Handlungen während der Proteste und Aufstände gegen G20 in Hamburg beschäftigt. Eine erste Version wurde 2017 als Lecture Performance auf einer Konferenz an der Uni Potsdam präsentiert und eine zweite wird im Oktober 2018 im Kunstverein Leipzig gezeigt werden. Dafür wird die Arbeit als performative Installation weiterentwickelt. Im Umgang mit dem Material entsteht ein Denk- und Erfahrungsraum, der den Stellenwert von “politischer Geste” befragt

Timo Herbst editierte einen zweiten Film auf der Basis von Beobachtungen der Gruppe dazu, welche unterschiedlichen Agenden Handlungen und Gesten haben und welche Ordnungen sie im öffentlichen Raum etablieren.

Mit einem Vergleich der Lektüre von Oliver Marchart und André Lepecki begannen Timo Herbst und Irina Kaldrack eine textliche Dramaturgie zu entwickeln.

Dina Boswank arbeitete zu Interviews über Beschreibungen von Pressefotos zu G20.

Das Projekt

Das Projekt „The Entanglement between Gesture, Media and Politics“ untersucht die Verschränkungen körperlicher Gesten mit zeitgenössischen ubiquitären und global vernetzten Medientechnologien.

(Sich) Zu zeigen erhält einen neuen Stellenwert, sowohl in global zirkulierenden Bewegtbild-Medien als auch in zunehmend von Sensoren und Prozessoren durchzogenen Alltagswelten. Dabei ändern sich Präsenz und Öffentlichkeit, so die Annahme des Projekts. Es gilt zu analysieren, wie unterschiedliche Formen von Gegenwärtigkeit und Öffentlichkeit verfasst sind und wie sie entstehen. Die Arbeit an zwei Schwerpunktthemen soll diese Prozesse erfahrbar machen und die Reflexion ermöglichen.

Mehr

Projekte

Workshop I / Braunschweig

Vom 24. bis zum 28. April 2017 trafen sich die ProjektteilnehmerInnen zum ersten Workshop in Braunschweig. In intensiven Arbeitstagen stellten wir einander unsere Materialien und Methoden vor, zeigten Zwischenergebnisse von Recherchen, wir orteten gemeinsame Interessen an ausgewählten Fallbeispielen und erprobten unterschiedliche Methoden, um sich diesen analytisch anzunähern.

Workshop II / Hallein

Das internationale Kunst- und Design-Festival „Schmiede Hallein“ war der Rahmen für den zweiten Workshop des Forschungsprojekts „The Entanglement between Gesture, Media and Politics“ vom 20. bis 30. September 2017. Auf einem Teil des weitläufigen Areals einer ehemaligen Saline konnte das Projektteam einen Ort schaffen, der Experimente mit körperlichen Gesten, mit Technik und räumlichen Installationen ermöglichte.

Workshop III / Berlin-Köpenick

Der dritte Projekt-Workshop fand vom 15. bis 19. Mai in den Lake Studios, Berlin Köpenick, statt. Wir arbeiteten intensiv an Installationen, Lecture Performances und Choreografien. Nach den Phasen von Exploration und Experimenten zu unseren Schwerpunktthemen und Fallstudien konzentrierten wir uns nun auf deren Verdichtung und ästhetische Formen.

Workshop IV / Berlin-Kreuzberg

Vom 4. bis 10. September 2018 treffen wir uns zum vierten und letzten Workshop im Kunstquartier Bethanien. Wir arbeiten intensiv an unseren kollektiven und individuellen Installationen für die Ausstellung im Dezember.

Symposium

Zum Abschluss des Projekts „The Entanglement between Gesture, Media, and Politics“ veranstalten wir Ende 2018 ein Symposium in Berlin. Wir werden
unsere Methoden, Arbeitsprozesse und Ergebnisse einer größeren Öffentlichkeit vorstellen. Installativ, diskursiv und interventionistisch – Updates folgen.

News

G20

Dina Boswank, Timo Herbst, Irina Kaldrack, Silas Mücke, Marcus Nebe

Timo Herbst: Einzelausstellung „Optical Flow“

In seiner Einzelausstellung „Optical Flow“ im „jungen museum Bottrop“ zeigt Timo Herbst eine Auswahl von Zeichnungen und Videos, die sich mit Bewegungen und Gesten im Privaten und Gruppenformationen im öffentlichen Raum beschäftigen.

Partner/Kooperationen

Das Projekt The Entanglement between Gesture, Media & Politics wurde durch die Kooperation mit folgenden Partnern möglich: