The Entanglement between Gesture, Media and Politics

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The
Entanglement
between
Gesture, Media &
Politics
Symposium: Throwing Gestures
Symposium
Exhibition
Throwing
Gestures

International Symposium and Exhibition

Symposium: Throwing Gestures

Kunstquartier Bethanien, Studio 1, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin. Vernissage 7. Dezember 2018, 19.30 Uhr. Symposium 8. Dezember 2018, 10–19 Uhr.

Zusammen mit der Ausstellung bildet das Symposium den Abschluss des interdisziplinären Forschungsprojektes, das nach den Verhältnissen zwischen Gesten und global vernetzten ubiquitären Technologien fragt.

(Sich) Zu zeigen erhält einen neuen Stellenwert, sowohl in global zirkulierenden Bewegtbild-Medien als auch in zunehmend von Sensoren und Prozessoren durchzogenen Alltagswelten. Dabei ändern sich Präsenz und Öffentlichkeit, so die Annahme des Projekts.

Zwei Jahre haben KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Bereichen zusammen gearbeitet: Sound, Performance Art und visuelle Kunst treffen auf Medien- und Tanzwissenschaften, Technikgeschichte und Sozialwissenschaft. Im Abschlusssymposium werden Ergebnisse, Prozesse und Methoden vorgestellt und diskutiert.

 

10.00–10.20 Uhr Einführung

10.30–12.30 Uhr Un/Wahrnehmbare Geste

SprecherInnen: Marie-Luise Angerer, Irina Kaldrack, Stefan Rieger, Konrad Strutz

Das Panel fragt danach, wie Bewegung zu Geste wird und wie Technologie an diesem Prozess beteiltig ist.

Irina Kaldrack (Berlin): „Modeling the Gestural“

Ausgehend von den ausgestellten Werken und den gemeinsamen Arbeitsprozessen im Projekt, fragt der Beitrag nach Signaturen des Gestischen in gegenwärtigen digitalen Kulturen.

Marie-Luise Angerer (Potsdam): „Moving Forces“

Der Beitrag skizziert die (diskursiven) Kräfte, denen Körper und ihre Bewegungen im 20ten Jahrhundert ausgesetzt sind. Der ‚material turn‘ der 1990er Jahre ist dabei angetreten, nicht nur die klassischen Dichotonomien weiter zu unterlaufen, sondern auch die hegemoniale Stellung der Sprache zu verschieben, damit das Gefüge semiotischer Interaktionen auszuweiten. Die Geste kann sich hierin neu platzieren.

Konrad Strutz (Wien): „Lost Motion“

Konrad Strutz betrachtet in ‚Lost Motion‘ den menschlichen Körper und dessen Gesten aus der Perspektive seiner künstlerischen Praxis.

Stefan Rieger (Bochum): „Naïve Physics. Gestures of Intuition“

Der Vortrag stellt dar, welche Konzepte und Versprechen in die Entwicklung von natürlichen User-Interfaces eingehen und welche Phantasmen der Unmittelbarkeit diese freisetzen. Analysiert wird, welche zum Teil impliziten Vorstellungen vom Körper und dessen Funktionsweise damit verbunden sind.

14.00–16.00 Uhr Die Geste und das Politische

SprecherInnen: Florian Bettel, Timo Herbst, Zoe Lefkofridi, Oliver Marchart

Das Panel untersucht politische Gesten, ihr Auftreten und ihre Verbreitung in Protestbewegungen, ihre Ästhetisierung in Populärkultur und Kunst.

Florian Bettel (Wien): „At the center of attention: Gestures of Protest in Art and Culture“

Die Einführung beleuchtet die Ästhetisierung und Kommerzialisierung von „Policing the Crisis“ (Stuart Hall et al.) anhand künstlerischer Arbeiten in der Ausstellung und geht auf die interdisziplinäre Auseinandersetzung der Projektteilnehmer/innen mit dem Thema „Geste und das Politische“ ein.

Timo Herbst (Leipzig): „Play by rules“

Der Beitrag beleuchtet ausgehend von der künstlerischen Arbeit ‚Play by rules (Budapest, Istanbul, Hamburg)‘ Handlungen und Gesten öffentlicher Proteste, ihre Dynamiken und deren Medienrepräsentationen.

Zoe Lefkofridi (Salzburg): „Symbolic Gestures in Contemporary Protest Movements“

Der Beitrag diskutiert die Verwendung symbolischer Gesten in zeitgenössischen Protestereignissen. Anhand von Beispielen aus unterschiedlichen Regionen und Positionen wird untersucht, wie politische Bedeutung körperlich ausgedrückt wird. (25 min)

Oliver Marchart (Wien): „The People’s Gesture. On Minimal Sovereignty“

16.30–18.30 Uhr Staging the Entanglement between Arts and Humanities

SprecherInnen: Andreas Broeckmann und Daniela Silvestrin, Martina Leeker, Stefanie Kiwi Menrath, Laurie Young

Das Panel reflektiert die Arbeitsprozesse zwischen künstlerischen und wissenschaftlichen Akteuren in interdisziplinären Projekten und diskutiert unterschiedliche Arten der Präsentation ihrer Ergebnisse.

Stefanie Kiwi Menrath (Berlin): „Collaboration? Transformation and complicity in arts/humanities practices“

Die Paneleinführung entfaltet einige Aspekte der kollaborativen Arbeitsprozesse in der interdisziplinären Arbeitsgruppe.

Andreas Broeckmann (Berlin) & Daniela Silvestrin (Berlin): „Interfaces of Artistic Research“

Broeckmann und Silvestrin berichten über ein interdisziplinäres Projekt zum Thema „Anonymität“, in dem Forscher*innen aus den Sozial- und Medienwissenschaften mit mehreren Künstler*innen zusammengearbeitet haben. Der Vortrag behandelt unterschiedliche Schnittstellen (Interfaces) der Kooperation: gemeinsame Forschungsthemen, interdisziplinäre Kommunikationsformen – und die Rolle der Kurator*innen in disziplinübergreifenden Begegnungen.

Martina Leeker (Berlin): „Entanglement of Art and the Humanities for mediocrity“

Digitale Kulturen lassen sich durch Kritik-als-Exzess beschreiben, die vor allem zu einer tiefen Bindung an technische Umwelten sowie zu einer erhöhten Abgabe von Daten verführt. Der Vortrag beleuchtet, wie in dieser Situation in der Verflechtung von Kunst und Geisteswissenschaften, insbesondere in und durch performative Praktiken, eine Sensibilität für Mediokrität als Form nach-kritischer Reflexion ermöglicht werden kann. Denn erst die Einsicht in die Medialität digitaler Existenz ermöglicht einerseits eine Entschärfung der Konnektivität. Andererseits geht es um die Einsicht in die Mittelmäßigkeit menschlichen Denkens und Handelns, die Ausgrenzung und elitäre Machtspiele bekämpfen könnte.

Laurie Young (Berlin): „Moving Through Membranes“

Aus der Perspektive einer Tänzerin reflektiert Laurie Young, wie interdisziplinäre Prozesse zwischen Kunst und Geisteswissenschaften ein gegenseitiges Lernen und Nichtlernen von Wissensformen erfordern.

Das Projekt

Das Projekt „The Entanglement between Gesture, Media and Politics“ untersucht die Verschränkungen körperlicher Gesten mit zeitgenössischen ubiquitären und global vernetzten Medientechnologien.

(Sich) Zu zeigen erhält einen neuen Stellenwert, sowohl in global zirkulierenden Bewegtbild-Medien als auch in zunehmend von Sensoren und Prozessoren durchzogenen Alltagswelten. Dabei ändern sich Präsenz und Öffentlichkeit, so die Annahme des Projekts. Es gilt zu analysieren, wie unterschiedliche Formen von Gegenwärtigkeit und Öffentlichkeit verfasst sind und wie sie entstehen. Die Arbeit an zwei Schwerpunktthemen soll diese Prozesse erfahrbar machen und die Reflexion ermöglichen.

Mehr

Projekte

Workshop I / Braunschweig

Vom 24. bis zum 28. April 2017 trafen sich die ProjektteilnehmerInnen zum ersten Workshop in Braunschweig. In intensiven Arbeitstagen stellten wir einander unsere Materialien und Methoden vor, zeigten Zwischenergebnisse von Recherchen, wir orteten gemeinsame Interessen an ausgewählten Fallbeispielen und erprobten unterschiedliche Methoden, um sich diesen analytisch anzunähern.

Workshop II / Hallein

Das internationale Kunst- und Design-Festival „Schmiede Hallein“ war der Rahmen für den zweiten Workshop des Forschungsprojekts „The Entanglement between Gesture, Media and Politics“ vom 20. bis 30. September 2017. Auf einem Teil des weitläufigen Areals einer ehemaligen Saline konnte das Projektteam einen Ort schaffen, der Experimente mit körperlichen Gesten, mit Technik und räumlichen Installationen ermöglichte.

Workshop III / Berlin-Köpenick

Der dritte Projekt-Workshop fand vom 15. bis 19. Mai in den Lake Studios, Berlin Köpenick, statt. Wir arbeiteten intensiv an Installationen, Lecture Performances und Choreografien. Nach den Phasen von Exploration und Experimenten zu unseren Schwerpunktthemen und Fallstudien konzentrierten wir uns nun auf deren Verdichtung und ästhetische Formen.

Workshop IV / Berlin-Kreuzberg

Vom 4. bis 10. September 2018 trafen wir uns zum vierten und letzten Workshop im Kunstquartier Bethanien. Wir arbeiteten intensiv an unseren kollektiven und individuellen Installationen für die Ausstellung im Dezember.

Symposium: Throwing Gestures

Kunstquartier Bethanien, Studio 1, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin. Vernissage 7. Dezember 2018, 19.30 Uhr. Symposium 8. Dezember 2018, 10–19 Uhr.

Zusammen mit der Ausstellung bildet das Symposium den Abschluss des interdisziplinären Forschungsprojektes, das nach den Verhältnissen zwischen Gesten und global vernetzten ubiquitären Technologien fragt.

Ausstellung: Throwing Gestures

Vernissage am 7. Dezember 2018 – Ausstellung ist täglich geöffnet, 12–20 Uhr – bis 16. Dezember 2018

Herzliche Einladung zur Ausstellung „Throwing Gestures“ im Studio 1, Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin.

News

Ausstellung: Throwing Gestures

Vernissage am 7. Dezember 2018 – Ausstellung ist täglich geöffnet, 12–20 Uhr – bis 16. Dezember 2018

G20

Dina Boswank, Timo Herbst, Irina Kaldrack, Silas Mücke, Marcus Nebe

Partner/Kooperationen

Das Projekt The Entanglement between Gesture, Media & Politics wurde durch die Kooperation mit folgenden Partnern möglich: